
Also ich wusste in letzter Zeit nicht mehr so recht was ich mit den Vamummtn anfangen soll. Die letzten 2 Jahre fühlte man sich als 18+ Hörer ein wenig hängen gelassen von den einstigen ‘scheiß auf alles’-Musikern. Aber leider ist es nun mal so dass eher die jungen Hörer die CDs auch kaufen, zu Konzerten gehen und dort auch mehr abfeiern als nur mit dem Kopf zu nicken, wie es in meiner Generation der Fall ist.
Als man sich entschloss die Vamummtn als einzige Vorgruppe vor dem Hauptact Cypress Hill im Gasometer (01. Juni 2010) zu buchen dachten sich einige dass das eine Fehlentscheidung sei. Es passen die beiden Acts musikalisch nicht zusammen und somit würden die Vamus die Cypress Hill Fans nicht richtig aufwärmen. Im Nachhinein kann man behaupten dass ohne die Vamus die Crew von Cypress Hill wohl nur vor 300 Leuten (wenn überhaupt) gespielt hätten, die einheimischen damaligen Undergroundrapper füllten die nicht gerade kleine Gasometer Halle binnen kürzester Zeit und das zu einer Zeit wo jeder österreichische Hiphop Act froh gewesen wäre wenn 100 Leute vor der Bühne stehen. Es war unglaublich. Unglaublich war dann auch die Heimfahrt mit zick besoffenen 14-18 jährigen die Probleme hatten Sprache, Mageninhalt und das Festhalten an den Bus- & U-Bahnstangen unter Kontrolle zu halten. Man entschied sich nach 2 Stationen und gefühlten 200 mal “I bin’s da Ansa”-Gegröle für ein Taxi
Als damals in einem kleinen privaten Rahmen der allererste (inoffizielle) Vamummtn Auftritt in Neubau stattfand und das “Runde 3″ Album präsentiert wurde, war ein gewisser Flair in der Luft, es war einfach leiwand. Die Burschn waren leiwand, die Zuhörer waren leiwand, die Musik war leiwand. Als ich mir heute nach dem Aufstehen das neue Album per Itunes gezogen hab war da wieder dieser Flair. Leiwand.
Was sofort einmal positiv überrascht ist die Beatauswahl, man bekommt sehr druckvolle, abwechslungsreiche und vor allem freakige Beats vorgesetzt von denen aber keiner den Hiphop Touch verliert.
Gehen wir auf ein paar Nummern ein: Die drei D’n'B Tracks, ‘Slang Hern’ & ‘Nur Music’ & ‘A bisl wos’ (DubStep), bringen eine sehr angenehme Mischung. Interessant dass der Track ‘Slang Hern’ beattechnisch deutlich mehr Druck macht als “Nur Music” wo die DnB/Hiphop Legenden “Foreign Beggars” featuren.
Die Nummer “Nintendo” wird wohl zu den meist Gehörten zählen und dürfte sich Kool Savas’s “Nur ein Spiel” als Vorbild genommen haben. Die Vamus müssen sich hier aber nicht hinter dem King des deutschen Raps verstecken, ich würde sogar behaupten dass KKS wohl besser auf den Beat der Vamus gerappt hätte.
“Du, da Jimmy” zwingt einem zum tanzen, Krocha Hymne lässt grüßen, eine textlich sehr amüsante Nummer: ‘Everyday I’m shuffling’ ‘Jedn Tog hob i vodka drin’. Eine nachdenkliche Nummer sucht man allerdings vergeblich. “Free HipHop Pt. II” versucht zwar hier diese Nachfrage zu decken kommt aber leider nicht an Part 1 ran.
Wie gewohnt ist die primäre Stimme die das Ohr erreicht die vom Rapper Ansa. Zwara’s Leistung ist wie über all die Jahre auch auf diesem Album sehr gut, oft textlich auch der lustigste Part. Erwähnen muss man auch die Leistungssteigerung der Nummer Drei, bis dato eher durch seinen Schmäh aufgefallen geht der Dreia in Sachen Rap nicht mehr neben seinen 2 Rap-Kollegen unter.
Wie man das von den Vamus gewohnt ist werden Hiebe in alle Richtungen verteilt, leider vermisst man bei der ganzen Flowakrobatik gute & lustige Vergleiche, diese bringen nur die Gastauftritte von Obi Gspritzt, R.A. The Rugged Man & Warwolves.
Im Großen und Ganzen bringt Rap ist (k)a Ponyhof den alten Vamusflair zurück, den viele vermisst haben. Die Qualität der Produktion steigert sich immer weiter und braucht sich gegenüber deutschen Größen nicht verstecken.
Von uns gibt es eine klare Kaufempfehlung für Fans des deutschen Raps. Erwerben könnt ihr das gute Stück im Fachhandel, Itunes und demnächst auf Amazon.
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